SKULPTUR : KERAMIK : CERAMICS : CERAMICA : CERAMIQUE : SCULPTURE
08.11.2025–04.10.2026
Moderne Studiokeramik zählt zu den stark gewachsenen und international hochkarätig besetzten Sammlungsbereichen des GRASSI Museum für Angewandte Kunst. Seit 2008 hat ihr das Museum drei große und vielbeachtete Ausstellungen gewidmet. Neue herausragende Erwerbungen und Schenkungen geben nun Anlass für eine Fortsetzungsausstellung. Sie zeichnet die künstlerischen Entwicklungen seit 1946 bis in die jüngste Gegenwart nach und lässt die keramischen Arbeiten, ihre Formenkraft und Glasurschönheit in ästhetische Zwiesprachen treten – dabei immer wieder das Verhältnis von zweckgebundenem Gefäß und autonomer Skulptur auslotend. Die beiden künstlerischen Ansätze stehen sich in der Ausstellung gegenüber – nicht als Gegensätze, sondern vielmehr in einem wechselseitigen Dialog. In der dualen und chronologischen Anordnung wird deutlich, dass sich die moderne Studiokeramik zunehmend der bloßen Nutzbarkeit entzieht und mit der skulpturalen Eigenständigkeit experimentiert, ohne das Thema „Gefäß“ aus dem Auge zu verlieren.
Gezeigt werden über 320 Stücke mit künstlerischen Positionen aus 27 Ländern von fünf Kontinenten. Dazu zählen renommierte Vertreterinnen und Vertreter der internationalen Keramikszene wie Hans Coper, Bernard Leach und Lucie Rie.
Zur Ausstellung erscheint im Frühjahr 2026 ein Katalogbuch bei arnoldsche Art Publishers, 504 Seiten, ca. 500 farbige Abbildungen.
Hardcover. English / German
€ 58 [D] / US$ 95 / £ 64
ISBN 978-3-89790-753-9
www.grassimak.de/museum/sonderausstellungen/gefaess-skulptur-4/
4.Oktober- 29.November 2026
Ausstellungseröffnung:
4.Oktober.2026 11.30 Uhr
Schloss Ratibor
Hauptstraße 1 (Postadresse: Kirchplatz 4)
91154 Roth
Telefonnummer: 09171 848-533
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog
zu beziehen bei:
museumschlossratibor@stadt-roth.de
zur Zeit sind Arbeiten auch in folgenden Galerien ausgestellt:
Der Intention, die flüchtigen Momente des Lebendigen einzufangen, entspricht die Wahl des Materials. Für Nathalie Schnider-Lang ist Ton das Material, das am unmittelbarsten die künstlerische Umsetzung einer Idee ermöglicht. Sie wählt einen sehr weichen Ton, bei dem die Dynamik des Gestaltungsprozesses sichtbar bleibt.
Ihre Gefäße und Figuren sind frei modelliert oder in Aufbautechnik gefertigt und werden im Niedrigsalzbrand gebrannt. Wichtig ist ihr, dass immer eine Zufallskomponente wirksam war. Bei der Keramik ist die Zufallskomponente der Brand, der die Farbgebung beeinflusst. Die stark akzentuierten Strukturen der Objekte erhalten durch die pudrigen Oberflächen der Engoben eine Weichheit, die durch die Salzanflüge aufgebrochen wird.
Im Arbeitsprozess geht die Künstlerin von ihren persönlichen Beobachtungen und Erfahrungen aus: „Beim Modellieren einer Tänzerin z.B. stelle ich mir vor, wie sich der Körper von innen anfühlt, wenn man tanzt. Die Bewegung, das Körpergefühl darzustellen ist mir wichtig. Dass man den Spannungsaufbau im Körper fühlt.“
Ihrer Absicht, Lebendigkeit auszudrücken, entspricht auch der leichthin ausgeführte, dynamische Farbauftrag. Ein Charakteristikum der Keramik von Nathalie Schnider-Lang ist die Verwendung sehr heller Farben in Pastelltönen, die das Licht bündeln und die irdenen Stücke leichter erscheinen lassen. Das helle Grün, das helle Gelb bringen sehr viel Licht in den Raum. Diese Plastiken wirken eher unkeramisch, weil man mit Keramik etwas Erdiges verbindet.
Textauszug aus:
„Die hellen und heiteren Figuren der Nathalie Schnider-Lang -Spiegel einer lebensbejahenden Weltsicht-“
© 2005 Gabriele Meixner, Kulturwissenschaftlerin

1965
Geboren in Zürich
1972
Umzug in die Italienische Schweiz
1981 - 1985
Centro scolastico per le industrie artistiche CSIA, Lugano-CH, Dipl. CSIA arti decorative.
Schülerin von Nag Arnoldi
1984
Praktikum bei "IL TORNIO" Keramikatelier von Vincenzo und Marisa Altepost, Lugano/CH.
Erste intensive Auseinandersetzung mit der Keramik
1985 - 1992
Freischaffend. Neben Radierungen und freier Malerei entstehen die ersten keramischen Plastiken und Gebrauchsgeschirr. Eigenes Atelier in Mesocco-CH.
1992 - 1995
Ausbildung an der Fachschule für Keramikgestaltung, Höhr-Grenzhausen-D ´95
Abschluss als staatlich geprüfte Keramikgestalterin
1995 - 2000
Freischaffend, gemeinsame Werkstatt mit Peter Lang in Alerheim. Bau eines Salzbrennofens ermöglicht den Niedrigsalzbrand. Beschäftigung mit frei aufgebauten Plastiken und Objekten unter Bevorzugung des Niedrigsalzbrandes.
2000
Umzug nach Nördlingen
Verstärkte Konzentration auf figurative Arbeiten
seit 2009
Mitglied der Gruppe VESSELS
Internationale Gefäßkunst, freie Kunst und Inhalte
Mitglied im BBK (Berufsverband bildender Künstlerinnen und Künstler)
Mitglied AIC/IAC Académie Internationale de la Céramique/ International Academy of Ceramics
